Server4You vServer

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Schon seit längerem besitze ich mindestens einen Virtuellen Server, um auf diesem diverse Dienste laufen zu lassen, die ich jederzeit und von überall verfügbar haben möchte. Ein Beispiel ist mein privates GIT Repository. Bisher habe ich diese immer bei Hosteurope[1] gemietet, und bin hiermit auch sehr gut gefahren. Da mein aktueller Vertag aber Ende Januar ausläuft, habe ich mich mal ein wenig auf dem Markt umgesehen, was es für Alternativen gibt. Hinzu kommt, dass in meinem Freundeskreis das Interesse bestand einen eigenen Minecraft Sever zu betreiben. Auf meiner bisherigen VM ist es aber unmöglich diesen zu betreiben, da nur ein vCore und 1GB Arbeitsspeicher zur Verfügung steht.

Nach ein bisschen Recherche bin ich auf Server4You[2] gestoßen. Hier wurde mir ein vServer mit 2 vCores, 4GB Arbeitsspeicher und 100GB SSD für gerademal 5€ im Monat angeboten. Allein wegen des Peises ist dieses Angebot sehr attraktiv, bei Hosteurope zahle ich aktuell 13€ im Monat. Auch was das Betreiben eines Minecraft Servers angeht ist diese VM mehr als potent. Also habe ich nicht lange überlegt und eine entsprechende VM gemietet. Schön ist zudem, dass man beim Standort der VM die Wahl zwischen Amerika und Europa (Paris) hat. Vom Standort Paris aus führt übrigens eine Darkfiber direkt nach Frankfurt a. M., also sollten auch für mich als deutscher Nutzer (der in FFm wohnt) die Latenzen in einem Angenehmen Bereich liegen.

Was das Betriebssystem angeht hat man auch eine große Auswahl. Alle großen Linux Distributionen stehen zur Verfügung, wahlweise mit oder ohne Plesk Onyx. Einziger zu bemängelnder Punkt ist, dass es nicht möglich ist Kernelmodule zu laden, dies wird absichtlich seitens Server4You blockiert. Leider heißt das, dass es nicht möglich ist zum Beispiel Docker Container auf der VM zu betreiben. Gerne hätte ich den Minecraft Server in einem solchen laufen lassen, um nicht auf Betriebssystemebene für die entsprechenden Abhängigkeiten sorgen zu müssen. Aber gut, sei es drum, für meinen Anwendungsfall ist das kein KO Kriterium. Behält man den Kampfpreis von 5€ im Hinterkopf, so muss man eben damit rechnen irgendwo Abstriche machen zu müssen.

Der Minecraft Server läuft nun seit über einer Woche auf der VM und hat bisher noch keine Probleme gehabt. Auch die versprochenen 4GB Arbeitsspeicher können vollständig genutzt werden. Allein von der Leistung der SSD bin ich nicht ganz überzeugt, diese scheint mir doch etwas wenig IO für eine SSD zu haben. Was aber daran liegen kann, dass auf dem Wirtssystem neben meiner VM noch Andere liegen, die hohe IO Last auf der SSD generieren. Da ich Eingangs die Latenzen angesprochen habe hier ein paar Messungen von verschiedenen Standorten.

StandortPingtime (Mittelwert)Latenz
Zuhause (Unitymedia - Standort FFm)13,5ms6,75ms
Office (Glasfaseranbindung an RZ Standort FFm)5ms2,5ms
Hochschule Darmstadt6,25ms3,125ms

Soweit kann ich Server4You also als Hoster für private VMs empfehlen, für geschäftliche Einsatzgebiete nur bedingt, aufgrund der fehlenden Möglichkeit Kernel-Module zu laden. Sollte ich noch weitere Probleme entdecken, werde ich darüber natürlich berichten.
Noch ein kleiner Fun-Fact am Rande: Beim autorisieren der Zahlung durch PayPal habe ich gesehen, dass diese an Hosteurope geht. Ich habe nun also gewissermaßen wieder eine Hosteurope VM doch zu einem Bruchteil des Preises.


[1] https://www.hosteurope.de/
[2] https://www.server4you.de/virtual-server

unRAID als NAS Betriebssystem

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Schon seit langem betreibe ich ein NAS (Network Attached Storage) in meinem Heimnetzwerk. Primär um diverse Medien einfach zugänglich für verschiedene Stationen und Personen an zu bieten und sekundär um nur an einer Stelle für Ausfallsicherheit sorgen zu müssen. Hiermit ist gemeint, dass man zwar in jedem PC ein RAID für wichtige Daten bilden könnte, dies aber unnötiges Geld kosten würde und auf jeder Station konfiguriert werden müsste. Sorgt man aber dafür, dass alles Wichtige auf ein NAS repliziert wird ist es zum einen von anderen Stationen zugänglich und wird auf dem NAS gegen Hardwaredefekte abgesichert.

Da mir fertige System, wie zum Beispiel die von Synology, nicht flexibel genug sind habe ich schon immer auf selbstbau Lösungen gesetzt. Die Hardwareseite würde ich in diesem Kontext als trivial bezeichnen. Viel interessanter ist das Betriebssystem oder die Software um das NAS zu administrieren. Klar man kann alles mit einem einfachen Ubuntu und per Konsole erledigen doch gibt es auch genügend Alternativen, die zum Beispiel eine schöne Weboberfläche anbieten.

Bisher habe ich hierfür FreeNAS[1] genutzt. Es bietet eine meistens gut funktionierende Weboberfläche, über die die Laufwerke und Freigaben administriert werden können. Alles Weitere läuft ebenfalls wie zu erwarten, das Setup und die Konfiguration gehen leicht von der Hand. Was bei FreeNAS heraussticht ist, dass als Dateisystem ZFS verwendet wird. Dies bringt zwar einige sehr nette Funktionen mit sich, die ich inzwischen teilweise ein wenig misse, sorgt aber auch für den größten Kritikpunkt an FreeNAS. Für jedes TB an rohem Festplattenspeicher möchte ZFS ein GB Arbeitsspeicher zur Verfügung gestellt bekommen, was schnell für hohe Kosten, gerade bei einem privaten NAS, sorgen kann.

Über YouTube wurde ich auf unRAID[2] aufmerksam, welches das Bereitstellen von Netzwerkfreigaben nur als eine von mehreren Funktionen bietet. Daneben bietet es die Möglichkeit virtuelle Maschinen und Docker-Container verwalten zu können, dies eröffnet, gerade im privaten Bereich, einige weitere Verwendungszwecke für den Server.
Das besondere Merkmal an unRAID ist jedoch, wie flexibel der Datenspeicher aufgebaut werden kann. Wie der Name schon erahnen lässt wird nicht auf ein klassisches RAID gesetzt, sondern auf ein eigens entwickeltes System. Es können beliebige Festplatten zu einem großen Datenspeicher zusammengefasst werden, und beliebig ist an dieser Stelle wörtlich gemeint. So ist es kein Problem zum Beispiel eine alte 250GB, zwei 500GB und eine 1TB Festplatte zu einem 2250GB großen Volume zusammen zu setzen. Auch das erweitern ist kein Problem, stellt man fest der Speicher ist nicht mehr ausreichend, steckt man einfach eine weitere Festplatte nach und der Speicher wird um die entsprechende Kapazität erweitert.
Auch für Ausfallsicherheit kann gesorgt werden, hierzu werden wahlweise eine oder zwei Festplatten zum Speichern von Paritäten definiert. Zu beachten herbei ist, dass die paritäts Platte(n) die größte Kapazität im Verbund aufweisen müssen. Im obigen Beispiel könnten also weder die 250GB noch die 500GB Festplatte als Parität genutzt werden, die 1TB wäre hier die richtige Wahl. Die Kapazität der paritäts Festplatte(n) geht dann natürlich im Datenspeicher verloren, dafür kann nun eine Beliebige der Festplatten ausfallen und es können immer noch alle Daten wiederhergestellt werden.
Jedoch hat dieses Speichersystem auch einen Nachteil, wie sollte es auch anders sein… Nutzt man eine paritäts Festplatte, so werden Schreibvorgänge auf den Datenspeicher sehr schnell sehr langsam, Schreibraten von gerade einmal 40MB/s sind dann leider keine Seltenheit. Das liegt an der Art und Weise wie das Speichersystem funktioniert: Soll ein Datenblock geschrieben werden, so müssen auf allen Festplatten die parallelen Datenblöcke gelesen werden, es muss die Patität berechnet werden, diese wird dann auf die paritäts Festplatte geschrieben und schlussendlich wird der eigentliche Datenblock gespeichert. All diese Schritte dauern dann eben ihre Zeit…
Doch auch hierfür bietet unRAID eine Lösungsmöglichkeit, da eine Cache Festplatte (oder SSD) definiert werden kann. Ist diese für eine Freigabe aktiviert, werden alle Schreibvorgänge an das Cache Laufwerk geschickt. Erst ein Hintergrundprozess speichert diese Daten dann in regelmäßigen Intervallen (auf meinem System einmal in der Stunde) auf die eigentlichen Festplatten. Nutzt man eine SSD als Cache, so kann eine Gigabit Netzwerkleitung wieder problemlos mit Schreibvorgängen ausgelastet werden.
Noch eine Anmerkung am Rande: die Leserate wird vom Speichersystem übrigens nicht beeinflusst, es kann immer die maximale Leserate der Festplatten ausgenutzt werden.

Zusammengefasst bin ich sehr zufrieden mit unRAID, besonders die Möglichkeit den Speicher jederzeit um weitere Festplatten zu ergänzen hat es mir angetan, da man so sehr flexibel bleibt. Einzig die Möglichkeit Snapshots des gesamten Speichers anlegen zu können, wie es bei ZFS der Fall ist, vermisse ich bei unRAID. Aber eventuell wird eine ähnliche Funktion ja irgendwann noch implementiert. Ansonsten hat unRAID meine uneingeschränkte Empfehlung.


[1] http://www.freenas.org/
[2] https://lime-technology.com/

Informatik/Technik und Ich

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Ich Baujahr ’89, seines Zeichens passionierter Informatiker, bin nun auch in der Welt der Blogs angekommen, naja zumindest fast… Und bis hierher war es zudem ein langer Weg.

Meine ersten Gehversuche habe ich im Alter von 6 Jahren mit einem Schneider PC und DOS gemacht. Schon damals war ich völlig fasziniert davon, dass der PC sich anders verhält wenn ich ihn mit oder ohne Diskette im Laufwerk starte. Einmal  startet er mein Lieblingsspiel (Digger) automatisch, das Andere mal kommt nur (wie ich inzwischen weiß) die Kommandozeile.

Einige Jahre später, und einige Erfahrungen und Erkenntnisse reicher, wurde meine Passion durch den Kontakt mit Delphi 4 vollends ins Rollen gebracht. Endlich wurden mir einige Dinge klar was, wie und warum Computer Dinge tun, die sie eben tun. Doch war das Meiste immer noch einfach nur faszinierend ohne das ich verstanden habe warum es funktioniert.

Auch heute ist das teilweise noch so. Klar durch meine Ausbildungen und mein Hobby ist mir bei dem Meisten inzwischen klar warum und wie es funktioniert. Doch kommt es immer wieder vor, dass mir ein Stück Technologie in die Hände fällt. Im ersten Moment bin ich völlig fasziniert, doch kommt dann immer schnell die Frage nach dem Warum auf. Dank Google, einfachem Testen und teilweise auch Auseinandernehmen lüftet sich der Schleier oft. Doch wirft das dann meist die Fragen auf: Warum wird das so gemacht? Geht das auch anders? Oder geht das nicht besser?

Und genau hier soll mein Blog ansetzen, ich möchte meine Gedanken zu genau diesen Fragen gerne mit der Welt teilen. Schon seit langem suche ich einen Weg meine Gedanken und Ideen in irgendeiner Art und Weise fest zu halten. Natürlich kam da auch immer mal die Idee zu einem Blog. Doch muss ich mir leider eingestehen nicht der beste Schreiber zu sein. Dann stand YouTube im Raum, Videos machen und schneiden hat mir schon immer Spaß gemacht, nur bringt dieses Format mit sich, dass es viel Zeit in Anspruch nimmt. Diese geht mir dann aber wieder von meiner Freizeit ab, die ich dann nicht mehr für meine Projekte habe. Schlussendlich bin ich inzwischen selbstbewusst genug geworden um es mit dem Schreiben zu versuchen. Daher auch das Wörtchen „fast“ im Eingangssatz. Ich weiß noch nicht wo der Weg dieses Blogs hinführt, welche Inhalte es im Detail geben wird und ob ich tatsächlich am Ball bleibe diesen über einen längeren Zeitraum aktiv zu betreiben.

Abwarten und Tee (oder wahlweise Kaffee) trinken.